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Solocomedy „Hi Dad! Hilfe. Endlich Papa.“ Eine erfolgreiche Premiere

Das Leo Theater (Andreas Winkelsträter) schreibt:
Ein Schauspieler, ein Requisit, zwei Stunden allerbeste Unterhaltung und minutenlanger tosender Applaus – so kann man in wenigen Worten das viel umjubelte Solo von Marc Neumeister am Freitagabend im Leo Theater beschreiben.
Herz, Witz und unbändige Spielfreude auf der einen Seite, auf der anderen immer wieder Szenenapplaus, Lacher und jede Menge kopfnickende Zustimmung, wenn er mal wieder den vielen Vätern im Saal aus der Seele gesprochen hatte. Saukomisch und nicht immer (ganz) jugendfrei so präsentierte Neumeister das Solo von Bjarni Haukur Thorsson. Von der ersten Minute an hatte er das Publikum im Griff, bezog das Besucher immer wieder in seine Gedankenspiele und in das Gefühlchaos werdender, verwirrter Väter mit ein.
Bei Hi Dad! geht es um das väterliche Tohuwabohu, die Männer zu wahren Helden werden lassen. Dabei gilt es, ganz neue Kontinente zu erobern: Der erste Besuch beim Frauenarzt! Wie spricht man mit den Kumpels über seine Ängste? Darf Mann beim Geburtsvorbereitungskurs auch Fragen stellen? Wie natürlich ist eine natürliche Geburt? Was bedeuten die körperlichen Veränderungen, die sich in der Schwangerschaft auch beim Mann einstellen? Kann man Kinderwagen frisieren? Wann wird es endlich wieder wie früher sein? Wann?
Alle Rollen des Abends – von Ehefrau Heike über den unsympathischen „geligen“ Frauenarzt bis zum an Klaus Kinski erinnernde Spielwarenverkäufer, die Hebamme und Schwiegermutter, nicht zu vergessen das Baby (!) – werden von einem Darsteller gespielt: Marc Neumeister präsentiert sich als werdender Vater und kämpft mit den abenteuerlichen Veränderungen und den Kuriositäten des Elternwerdens. Immer wieder glänzende Einfälle von der Regie, wechselndes Lichtspiele oder auch eingespielte Musik. Langeweile – zwei Stunden lang Fehlanzeige.
Neumeister stellte sich nicht nur den Herausforderungen seines ersten Solos in grandioser Weise, sondern auch denen des Väterwerdens mit einer Eins mit drei Sternchen, was auch die begeisternden Kommentare des Publikums zeigten. Und so wurde der lustige Exportschlager aus Island auch zur allerbesten Unterhaltung im Leo Theater. Die erste Zugabe gibt es am Sonntag um 11 Uhr mit Frühstücksbüffet – im vollklimatisierten Theatersaal! Weitere Vorstellungen stehen schon im Spielplan.

Und die Presse (WAZ – Hans-Jochem Schulte) schreibt dazu:
„Beifall von 150 Premierengästen: Marc Neumeister, künstlerischer Leiter am Leo-Theater, wurde nach seiner Solo-Premiere frenetisch gefeiert.

Marc Neumeister und das Leo-Theater: Auf der Bühne im Haus Ennepetal hatte er am Freitag gerade die letzten Sätze gesprochen, da prasselte nur so der Beifall von knapp 150 Premierengästen. Wenig später wurde Neumeister, der künstlerische Leiter des „Leo“, im Foyer gefeiert. Auch Andre Bornhöft, der diesmal mit Neumeister die Regie führt und auch die Technik steuert, konnte großen Beifall genießen.

Freude und Fluchtgedanken
„Hi Dad! Hilfe. Endlich Papa“ heißt das Stück von Bjarni Haukur Thorsson (Island). Es ist ein Solostück, eine riesige Herausforderung für einen Schauspieler. Und Neumeister schafft es, 90 Minuten lang allein auf der Bühne mit einem Gymnastikball all das mit Mimik, Slapstick und herrlichen Texten darzustellen, wie es ist, Vater zu werden und zu sein.

Ängste, Fluchtgedanken, aber auch Glück und Vorfreude, all das bringt Marc Neumeister rüber, lässt das Publikum lachen und wenige Sekunden später nachdenklich werden. Langweilige Momente, triste Szenen und Texte, die gibt es nicht. Mütter und Väter aus dem Publikum sagten später bei der Premierenfeier: „Ja, so war es!“

Dabei fing alles ganz harmlos und voller Harmonie an. Auf der Leinwand sind Bilder eines verliebten Paares zu sehen, in der Stadt der Liebe, in Paris. Das Paar: Marc Neumeister und Steffi Bornhöft. Sie zählt auch zum Ensemble des Leo Theaters. Dann beginnt die One-Man-Show. Beim Rückflug aus Paris wird Neumeister Zeuge, wie Eltern mit Baby versuchen, ihre Reise zu meistern, wie sie immer auf der Hut sein müssen vor den Befindlichkeiten des Nachwuchses und schließlich genervt auf der Suche nach dringend benötigten Servietten sind. Köstlich und so realistisch.

Nach der Pause: Das Teststäbchen kündigt Nachwuchs an- und die Gefühle des werdenden Vaters fahren Achterbahn. Große Skepsis, Furcht und Freude wechseln sich ab. Marc Neumeister lässt im nächsten Augenblick Emotionen der Mutter freien Lauf und beschreibt später sogar ehrfürchtig und mit Erstaunen spielend das Werden des Kindes im Bauch der Frau. Der Zuschauer erlebt schließlich Atemübungen, einen Besuch beim Frauenarzt, und immer wird deutlich: Das Leben des Paares hat sich und wird sich noch verändern.

Großer Applaus
Neumeister erzählt, spielt Szenen und wirbelt auch mal über die Bühne, watscht so ganz nebenbei einige RTL 2-Sendungen ab. Als bei der Premiere plötzlich die Mikrofonübertragung aussetzt, braucht er nur wenige Sekunden und schon führte Neumeister mit lauter Stimme sein Spiel fort, sicher und gekonnt. Das Publikum dankt mit Beifall.

Als das Kind endlich zu Hause in der Wiege liegt, da stehen in Vielzahl Verwandte und Freunde auf der Matte. Strampler und Reinigungsbürstchen für Fläschchen horten sich in der Wohnung. Das Ende des Stücks kann hier ruhig verraten werden. Man sitzt wieder im Flugzeug. Jetzt ist Marc Neumeister als Vater auf der Suche nach dringend benötigten Servietten. Er sieht ein verliebtes, kinderloses Paar und stellt sich vor, was es noch vor sich hat: „Die armen Schweine!“ und spricht dann aber überwältigt von Glück, ja von einem großen Glück des Elternseins. Es war nicht nur das Happy End eines herrlichen Stückes und eines geglückten Theaterabends, es war auch ein äußerst erfolgreicher Abend für Marc Neumeister und das „Leo“.“

Weitere Termine, sowie Tickets unter: www.leo-theater.ruhr